Vom Boden in den Sattel
Warum der Übergang für dein (Jung-)Pferd so entscheidend ist
Viele Reiterinnen, die ihr (Jung-)Pferd selbst ausbilden möchten, gehen davon aus: Wenn das Pferd eine Übung am Boden gelernt hat, „müsste“ es sie doch auch unter dem Sattel verstehen. Klingt logisch – aber für dein Pferd sieht die Sache ganz anders aus.
Ein Beispiel: Das Schultertarget
Auf ein leichtes „tapp tapp“ an der Schulter soll das Pferd mit den Vorderbeinen einen Schritt zur Seite machen. Stehe ich am Boden, bin ich Teil des Signalbildes: meine Position, meine Körperbewegung, vielleicht sogar mein Blick – all das hilft dem Pferd, das Signal zu verstehen.
In dem folgenden Bild siehst du das Signalbild für das Schultertarget am Boden. Ich stehe neben dem Pferd, halte den Targetstab zur Schulter und auf ein "tapp tapp" macht Mira einen Schritt auf mich zu. In den Anfängen kann ich ihr durch eine deutliche Körperbewegung von mir helfen, die Übung umzusetzen.

Sitze ich dagegen im Sattel, verändert sich für das Pferd die gesamte Situation. Ich bewege mich nicht mehr neben ihm, sondern oben auf ihm. Die Hilfen sehen und fühlen sich für das Pferd völlig anders an. Habe ich diesen Übergang nicht systematisch vorbereitet, ist es normal, dass mein Pferd nicht versteht, was ich meine.

Warum ein durchdachter Trainingsaufbau so wichtig ist
Wer sein Pferd selbst ausbilden möchte, trägt eine große Verantwortung: Die ersten Schritte unter dem Sattel prägen das weitere Reitpferdeleben maßgeblich.
Darum ist ein klarer, pferdefreundlicher Trainingsaufbau so entscheidend. Rein positiv verstärkt und gewaltfrei bedeutet:
- kein Ziehen am Zügel,
- kein „Klopfen“ mit den Schenkeln,
- keine ruckartigen Bewegungen im Sitz, um das Pferd in die gewünschte Richtung zu bringen.
Stattdessen bekommt das Pferd die Chance, Signale vom Sattel aus in Ruhe kennenzulernen – Schritt für Schritt und verständlich. Nur so kann es zuverlässig lernen, was gemeint ist, und dabei entspannt und motiviert bleiben.
Der Übergang ist die sensible Phase
Der Übergang vom Boden in den Sattel ist eine der wichtigsten Phasen, wenn du dein Jungpferd selbst ausbilden möchtest. Hier entscheidet sich, ob dein Pferd das Reiten als sicher und freudvoll erlebt – oder ob es verwirrt wird und in Stress gerät.
Genau deshalb schauen wir uns in unserem Reitkurs „(Ein-)Reiten mit positiver Verstärkung“ diese Übergänge ganz genau an. Wir nehmen dich live mit in den Trainingsprozess und zeigen dir, wie du dein Pferd vom Boden aus vorbereitest und die Hilfen dann in den Sattel überträgst – systematisch, gewaltfrei und immer im Tempo deines Pferdes.
Mach mit!
Wenn du dein Jungpferd selbst ausbilden möchtest – und das rein über positive Verstärkung, ohne Druck und ohne Gewalt – ist der Kurs (Ein-)Reiten mit positiver Verstärkung genau das Richtige für dich.
September 2025